|
|
| Otterhound |
| | Geschichtliches Der Otterhound ist einer der ältesten englischen Spürhunde. Er wurde zur Jagd auf den Fischotter gezüchtet. Die Geschichte der Entstehung dieser Rasse reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Das Aussehen einer damaligen Otter - Hunde - Meute war sehr vielgestaltig. Man konnte diese Hunde wohl besser mit dem Ausdruck "Hunde die den Otter jagten" beschreiben. Grosse, kleine, lang- und kurzhaarige Hunde tummelten sich in solchen Meuten. Im Laufe der Geschichte entwickelten sich hieraus Hunde, die in der Lage waren, sehr ausdauernd, d.h. tagelang, zu laufen und zu schwimmen und mit ihrer exzellenten Nase die Spur des Otters an Land und im Wasser noch nach Tagen aufzunehmen und zu verfolgen. Zur Otterhoundmeute gehörten neben 8 - 20 Koppel (=16 - 40 Hunde) aber auch bis zu 50 Hunde.
Da der englische "Sportsgeist" keine hohen Schuhwerke zur Durchquerung der Gewässer duldete, rat einer der bekanntesten Huntsman Courtenay Tracy: "Man nehme eine halbe Flasche Whisky schütte davon etwas in die Schuhe und lasse den Rest durch die Kehle rinnen." So gerüstet traf man sich zur traditionellen Otterjagd noch vor Sonnenaufgang an den Ufern der Flüsse um die Hund auf die Fährte des Fischotters anzusetzen. Zur Verfolgung wurden die Hunde durch "Tally-ho" und ähnliche Rufe angefeuert. Mit lautem Hals folgte die Meute der Spur des Wassermarders.
Im Oktober 1891 entstand eine detaillierte Liste mit den damals in England jagenden Otterhound Meuten. Darin sind 19 Meuten welche aus 8 - 19 Koppel bestanden aufgeführt.
In der Blütezeit der Otterjagd, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, jagten in ganz England 18 - 20 Otterhundmeuten zwischen April und September. In diesen Monaten durfte in England kein anderes Wild gejagt werden.
Der Otterhound in seiner jetzigen Gestalt muss als ein Produkt des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden. Seine Entstehung lässt sich nicht weiter als bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Mit den mittelalterlichen "Otter - Hunden" hat er nur noch wenig gemeinsam. Zu den Vorfahren der neuzeitlichen Rasse zählten unter anderem der Bluthund od. Bloodhound, von dem der Otterhound seine Grösse, seinen schlurfenden Gang, seine zum Teil hängenden Augenlider und Lefzen, sein tiefes Geläut (Stimme) und vor allem seine gute Nase geerbt hat.
Im 19. Jahrhundert wurde der erste "Standart" verfasst, jedoch wurde der Otterhound erst sehr spät vom englischen Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt.
In den Jahren 1978 bis 1980 wurde der Fischotter in England, Wales und Schottland unter Schutz gestellt. Zu diesem Zeitpunkt existierten noch 2 registrierte Jagdmeuten, die komplett aus reingezüchteten Otterhounds (ca. 100 Stück) bestanden: die Dumfriesshire - Meute sowie die Kendal & District - Meute. Durch den Schutz des Fischotters waren diese Meuten arbeitslos geworden. Viele Hunde wurden aus diesem Grund getötet. Um die Rasse vor dem Untergang zu retten suchte man nach alternativen Lösungen. Im Jahre 1978 wurde in England ein neuer Rasseklub gegründet den Otterhound Club, sein Ziel war es dem Hund eine neue Bedeutung als Familien- und Ausstellungshund zu geben. Einer der ersten Hunde, nach der Gründung, welcher sich im Showring verdient gemacht hatte war KENDAL NIMROD und ging 1979 an der Crufts aus der Hound - Gruppe als Reservesieger hervor. Überhaupt waren die Kendal Hunde berühmt für ihre Ausstellungserfolge und bei der Arbeit während der Jagd kaum zu schlagen. | |
| | Aussehen Abgesehen von der Fellbeschaffenheit und der fehlenden, losen Haut ist die Erscheinung des Otterhounds der eines Bloodhounds sehr ähnlich. Zu seinen Vorfahren zählen neben diesem jedoch auch Foxhound, Welsh Hound, Deerhound und verschiedene Terrierrassen usw. Von Letzteren soll er das drahtige Haar haben, vom Deerhound die Schulterhöhe und vom Bloodhound die z. T. hängenden Augenlieder und Lefzen, die langen Behänge (Ohren), den schlurfenden Gang und die meist tiefe Stimme sowie seine ausgezeichnete Nase.
Ausgewachsene Otterhounds erreichen eine Schulterhöhe von 60 (Hündinnen) bis 67 (Rüden) cm und ein Gewicht von 30 - 54 kg. Sie haben mittellanges, starkes und etwas struppig wirkendes Haar, das die unterschiedlichsten Färbungen aufweist. Auffällig sind die buschigen Augenbrauen. Die mittellange Rute ist stark behaart und wird in der Bewegung fröhlich säbelförmig nach oben getragen. | |
| | Wesen und Verwendung Der heutige Otterhound hat noch nicht viel von seiner Ursprünglichkeit verloren. Er eignet sich auch heute noch wie damals zur Schweissarbeit oder anderer Nasenarbeit (vor allem für kalte Fährten). Dies ist für die normale Familienhaltung, was Spaziergänge ohne Leine anbelangt, nicht immer einfach. Er jagt, wie es damals von ihm verlangt worden ist, selbständig. Der Otterhound braucht von Welpenbeinen an eine konsequente Hand, die ihn ohne Härte, mit viel Geduld und Humor zu lenken versteht, da er trotz seines robusten Aussehens und Dickköpfigkeit, keine Härte verträgt. Diese Dickköpfigkeit ist jedoch ein wichtiger Bestandteil seines ausgeprägten Sozialverhaltens, wenn sie auch manchmal bei Gehorsamsübungen etwas hinderlich ist, so macht es den Otterhound zu einem angenehmen Partner. Er spielt zwar nach aussen hin den robusten, hartnäckigen Kerl, doch er hat einen weichen Kern, schmust gerne und liebt es mit Kindern, Frauchen und Herrchen oder mit einer Hundemeute herumzutoben. Er beweist mit seiner enormen Geduld eine sehr gute Verträglichkeit mit Kindern jedoch sollte seine Grösse beachtet werden. Er ist sehr verträglich und zeigt keine Aggression. Dadurch ergibt es sich, dass er nie ein guter Wächter für Hab und Gut sein wird. Sein Temperament ist liebenswert und gleichmütig. Er ist ein angenehmer Gefährte mit einer charakteristischen tiefen Stimme (Geläut). Sie wird von jedem Hund unterschiedlich oft bis kaum benutzt. Der Otterhound ist, was sein soziales Wesen anbelangt, ein idealer Familienhund, der in aller Hinsicht sehr verträglich und immer gut aufgelegt ist, zudem spielt er gerne mal den Clown. | |
|
|